Napoletana – Kaffeezubereitung auf dem Herdkännchen
Schwerpunkte im Artikel:
- Filterkaffee
- Herdkännchen
- Neapolitana
Kurz vorab:
Die „Napoletana“ ist eine historische, bis heute beliebte Kaffeezubereitung aus Süditalien. Mit einer speziellen Herdkanne, der Cuccumella, entsteht ein aromatischer, langsam extrahierter Kaffee. Der Text erklärt Funktionsweise, Besonderheiten und gibt praktische Tipps für sicheren, genussvollen Einsatz dieser nostalgischen Methode.
Kaffee „Napoletana“ ist eine alte, aber bis heute übliche Form der Kaffeezubereitung. Ein unbekannter Erfinder hat die Zubereitung Anfang des 19. Jahrhunderts in Süditalien entwickelt. Schnell verbreitete sich die Methode im Königreich Neapel – daher der Name.
Angeregt zur Erfindung der Neapolitana-Kanne wurde dieser durch eine Filterkanne, die bereits Ende des 17. Jahrhunderts von Du Belloy konstruiert wurde. Im folgenden Jahrhundert stieg der Kaffeekonsum in Süditalien immens an, so dass nach neuen Zubereitungen des damaligen Modegetränks gesucht wurde.
Die Funktionsweise
Die Funktionsweise lässt sich vergleichsweise einfach erklären. Man braucht ein Herdkännchen, das auch „Cuccumella“ genannt wird. Dieses besteht aus zwei aufeinander stehenden wasser-durchlässigen Teilen. Zwischen diesen befindet sich ein zweifaches Sieb. In dieses wird das Kaffeepulver gefüllt, während das Wasser ausschließlich in den unteren Teil kommt.
Wenn der Kaffee entsprechend vorbereitet ist, kommt das Kännchen auf den Herd. Sobald das Wasser erhitzt ist, wird die Cuccumella gedreht, so dass das Wasser in das untere Gefäß laufen kann und dabei das Kaffeesieb passiert. Nicht jeder handelsübliche Kaffee ist als Grundlage für „Napoletana“ geeignet.
Es wird empfohlen, pro Tasse etwa 5-7 g mittelfein gemahlenes Kaffeepulver zu verwenden. Zu fein gemahlenes Kaffeepulver sorgt dafür, dass das Sieb verstopft und das Wasser zu langsam – oder überhaupt nicht mehr – durchläuft. Dies kann einen bitteren oder verbrannten Geschmack nach sich ziehen.
Das Drehen des Kaffeekännchens ist aufgrund der starken Erhitzung nicht ganz ungefährlich und erfordert schnelle gute geübte Bewegungsabläufe. Wenn Dampf austritt, kann man sicher sein, dass das Wasser kocht und die Kanne gedreht sowie vom Herd genommen werden muss.
Die Cuccumella kann verschieden konstruiert sein: beide Teile können gesteckt oder aufeinander geschraubt sein. Insofern besteht unter Umständen Verbrühungsgefahr.
Auch aus der Tülle oder Öffnung des nach dem Drehen unten befindlichen Teils kann heißes Wasser spritzen.
Es dauert stets einige Minuten bis das Wasser durchgelaufen ist. Je größer die Kanne, desto länger muss man sich gedulden. Sobald sich im oberen Teil kein Wasser mehr befindet, kann dieser abgenommen werden.
Kaffeezubereitung – langsam genießen
Neben dem Kaffeegenuss ist „Napoletana“ ein angenehm zeitintensives und entschleunigendes Ritual, dass Ruhe in den Alltag bringt und für harmonische Stimmung sorgt. Somit ist das Potenzial gegeben, mit der Kaffeezeremonie den Auftakt zu einem gelungenen Abend zu starten.
Übrigens kann das Ritual selbst mit einem Campingkocher in der freien Natur zelebriert werden. Es werden keine Zusatzmaterialien wie Kaffeefilter benötigt und es entsteht kein Müll. Die Zubereitung von Kaffee mit der Cuccumella ist also nicht nur nostalgisch, sondern auch ökologisch und in diesem Sinne ein Statement gegen Kaffeepads, die für moderne Automaten benötigt werden.
Das Kaffeekännchen sollte nach jeder Benutzung mit warmem Wasser und einem sanften Spülmittel gereinigt und gut getrocknet werden, auch wenn das Material nicht korrodiert.
Cuccumellas gibt es in verschiedenen Formen und Größen. Die meisten Modelle sind heute aus Edelstahl. Traditionell sind diese jedoch aus Aluminium. Letztere sind in der Regel kostengünstiger, aber weniger robust und schnell verformbar. Aluminium ist ein sehr guter Wärmeleiter.
Das bedeutet, dass das Wasser schneller kocht und man auf den Kaffeegenuss nicht ganz so lange warten muss. Allerdings kann Aluminium für einen leicht metallischen Geschmack sorgen, den viele Kaffee-Gourmets nicht mögen. Bei der Pflege von Aluminium-Kannen sollte daher unbedingt darauf geachtet werden, dass keine Kratzer entstehen und die Oberfläche gut versiegelt bleibt. Im Allgemeinen wird dazu geraten, eine Kanne aus Edelstahl zu verwenden.



