Die Herstellung von löslichem Kaffee

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Kurz vorab:

Der Text erklärt anschaulich, wie löslicher Kaffee entsteht – vom Rösten über die industrielle Extraktion bis hin zur Sprüh- oder Gefriertrocknung. Wer mehr über die technischen Prozesse, Aromaverfahren und Qualitätsverbesserungen von Instantkaffee erfahren möchte, findet hier spannende Einblicke in die moderne Kaffeeproduktion.

Löslicher Kaffee

Löslicher Kaffee (oder Instant-Kaffee) ist ein Kaffee-Produkt, das nur mit Wasser zubereitet werden kann. Das Instant-Pulver wird einfach mit heißem Wasser aufgegossen und mit einem Löffel umgerührt, fertig ist der Kaffee. Sie brauchen keine Kaffee-Maschine, Filter oder normales Kaffeepulver. Die Entwicklung von Instant-Produkten guter Qualität hat dazu beigetragen, dass Kaffee in Kulturen populär wurde, in denen in der Vergangenheit vor allem Tee getrunken wurde.

Verbesserungen des löslichen Kaffees

Seit seiner Erfindung haben Forscher versucht, löslichen Kaffee auf verschiedene Arten zu verbessern. Zum Beispiel lösten sich einige der frühen pulverisierten Kaffeesorten nur sehr schwer im heißen Wasser auf. Es bildeten sich immer Klumpen. Das Kaffeearoma löste sich leicht auf, und die Hersteller haben versucht, Behandlungen zu entwickeln, mit denen ein Instantkaffeeglas beim Öffnen nach frisch gemahlenem Kaffee riecht.

Durch modernere Herstellungsverfahren entstehen Instant-Kaffeegranulate, die eher gemahlenem Kaffee ähneln. Schließlich bestand ein Hauptziel darin, einen Instantkaffee herzustellen, der so gut wie möglich nach frisch gebrühten Kaffee schmeckt.

Kaffeepulver

Rösten

Beim Kaffeerösten werden die Bohnen bei über 180 °C geröstet. So wird die Feuchtigkeit aus den Kaffeebohnen entfernt. Bohnen, die für die Verwendung in Instantprodukten bestimmt sind, werden auf die gleiche Weise geröstet wie Bohnen, die für das Brauen zu Hause bestimmt sind, obwohl der Feuchtigkeitsgehalt etwas ist (etwa 7-10%). Die Bohnen werden dann grob gemahlen, um feine Partikel zu minimieren, die den Wasserfluss durch die industrielle Brauanlage behindern könnten.

Herstellung

Extraktion:

Als Erstes wird der Kaffee in hocheffizienten Extraktionsanlagen aufgebrüht. Enthärtetes Wasser wird durch mehrere Säulen gemahlener Kaffeebohnen geleitet. Das Wasser strömt zuerst durch mehrere „heiße“ Zellen (140-180 °C), von denen mindestens zwei bei höherem Druck arbeiten, um schwierige Bestandteile wie Kohlenhydrate zu extrahieren.

Es passiert dann zwei oder mehr „kalte“ Zellen (100 °C) zur Extraktion der geschmacksintensiveren Elemente. Danach wird das Gemisch durch einen Wärmetauscher geleitet, um ihn auf etwa (5 °C) abzukühlen. Der Feststoffgehalt beträgt nach der Extraktion circa 20 bis 30 %.

Filter und Konzentration:

Nach der Filterung wird der gebrühte Kaffee auf verschiedene Arten behandelt, um seine Konzentration zu erhöhen. Das Ziel ist es, einen Extrakt zu erzeugen, der ungefähr 40% Feststoffe enthält. Um das Wasser vom schwereren Kaffeeextrakt zu trennen, wird eine Zentrifuge verwendet.

Rückgewinnung von aromatischen flüchtigen Stoffen:

Zum Genuss beim Zubereiten und Trinken von Kaffee gehört ein schönes Aroma. Beispielsweise können Gase, die während des Röst- und/oder Mahlprozesses freigesetzt werden, gesammelt werden. Gemahlener und gerösteter Kaffee setzt beim Erhitzen Gase frei, die ein bestimmtes Aroma besitzen.

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Kaffeebohnen

Wenn gerösteter Kaffee Dampf oder geeignete Lösungsmittel durch ein gemahlenes Bett leitet, kann er aromatische Bestandteile entfernen und einfangen. Nach Abschluss des Brühvorgangs können auch Gase aus Kaffeeextrakt abdestilliert werden. Um das Aroma und den Geschmack so gut wie möglich zu entfalten, wird dem Kaffeeextrakt Sauerstoff entzogen.

Austrocknung:

Für die Umwandlung des flüssigen Kaffeeextrakts in eine trockene Form stehen zwei grundlegende Methoden zur Verfügung: das Sprühtrocknen und das Gefriertrocknen.

Sprühtrocknung:

Gekühltes, geklärtes Flüssigkonzentrat wird durch eine Düse oben auf einem Trockenturm gesprüht. Der Turm wird auf 250 °C erwärmt und nach unten gedrückt. Danach wird die Luft am Boden aus dem Turm abgeleitet und gefiltert, um grobe Partikel zu entfernen, die während des Agglomerationsschritts durch den Turm zurückgeführt oder wieder eingeführt werden können.

Das trockene Kaffeepulver sammelt sich im Boden des Turms und kann jetzt weiter verarbeitet werden. Das Kaffeepulver enthält jetzt ca. zwei bis vier Prozent Feuchtigkeit und besteht aus sehr kleinen, nicht staubenden Partikeln.

Die Partikel können nach dem Sprühtrocknen auch noch gröber verarbeitet werden. Bei der Agglomeration werden die Oberflächen der Kaffeepulverteilchen erneut benetzt und in Kontakt gebracht, so dass sie aneinander haften und größere, körnigere Teilchen bilden. Das Pulver wird Dampf oder einem feinen Nebel ausgesetzt, während es in der Luft geschleudert wird.

Verwendete Fotos:
1. Löffel. Image by Olya Adamovich from Pixabay
2. Kaffeepulver. Image by PublicDomainPictures from Pixabay
3. Kaffeebohnen. Image by Michael Ross from Pixabay