Die perfekte Zubereitung des Rüdesheimer Kaffee
Kurz vorab:
Der Rüdesheimer Kaffee, 1957 von Fernsehkoch Hans Karl Adam erfunden, verbindet schwarzen Kaffee, flambierten Asbach Uralt, Zucker und Vanillesahne zu einem spektakulären Genuss. Der Artikel beschreibt Geschichte, Zutaten, Zubereitung und das besondere Ritual, das diese Spezialität bis heute einzigartig macht.
Es war Hans Karl Adam, ein bekannter deutscher Fernsehkoch der 1950er Jahre, der den Rüdesheimer Kaffee 1957 erfunden hatte. Bei ihm nahm die Erfolgsgeschichte der Kaffeespezialität aus dem Rheingau seinen Ursprung. Sein Rezept wurde auch nach mehr als sechs Jahrzehnten nicht verändert. Einfach gesehen ist der Rüdesheimer Kaffee ein alkoholhaltiges Heißgetränk mit Weinbrand und Schlagsahne. Die Raffinesse liegt aber in den Feinheiten und der Zubereitung direkt vor dem Gast, welche schon ein kleines Schauspiel für sich ist.
Der Rüdesheimer Kaffee verdankt seinen Namen einer Weinbrennerei in Rüdesheim. Die Firma Asbach hatte mit seinem erfolgreichen Produkt Asbach Uralt einen Weinbrand im Portfolio, der zu dieser Zeit bereits sehr renommiert im ganzen Land gewesen war. Dieser Weinbrand hatte bereits zwischen zwei und vier Jahren Reifezeit hinter sich, bevor er in den Vertrieb kam. Asbach Uralt war damit ein etabliertes und gehobenes Produkt und eignete sich vorzüglich für den Rüdesheimer Kaffee.
Das sind die originalen Zutaten für einen Rüdesheimer Kaffee
Schwarzer Kaffee
4cl Asbach Uralt
3 Stücke Würfelzucker
Schlagsahne, mit Vanillezucker verfeinert
Dunkle Schokoladenstreusel
Die Zutaten können aber auch nach eigenen Belieben angepasst werden. Wer es nicht so süß mag, nimmt nur zwei Stücke Zucker. Statt Kaffee kann auch Espresso verwendet werden. Statt den dunklen Schokoladenstreuseln findet sich manchmal auch eine Kaffeebohne aus Bitterschokolade auf der Sahnehaube wieder und die Menge des Vanillezuckers kann natürlich auch variieren.
Eine Kaffeespezialität mit eigener Kaffeetasse
Die Zubereitung erfolgt bis heute idealerweise in der Rüdesheimer Kaffeetasse, welche eigens für den Rüdesheimer Kaffee kreiert wurde. Hierbei handelt es sich um eine henkellose geschwungene Tasse aus hochwertigen Porzellan mit rosarotem Dekor und passender Untertasse.
In gehobener Gastronomie wird der Kaffee auch heute noch stilecht am Tisch zubereitet. Der Gast soll diesem kleinen zelebrierten Schauspiel folgen können. Dazu werden in der vorgewärmten Rüdesheimer Kaffeetasse drei Stücke Würfelzucker gelegt. Diese werden mit 4cl erhitzten Asbach Uralt übergossen. Es ist wichtig dass der Asbach Uralt vorher erhitzt wird, weil er sonst nicht oder nur schlecht entzündet werden kann, da er nur 38% Alkoholgehalt hat.
Nun wird mit einem langstieligen Löffel, welcher vorher mit Asbach Uralt benetzt wird, Feuer in die Tasse geholt. Alternativ kann auch ein langer Streichholz benutzt werden. Wenn das Feuer brennt, sollte etwa eine Minute in der Tasse der Zucker umgerührt werden, damit dieser sich auflöst. Mit dem heißen Kaffee wird der Weinbrand anschließend abgelöscht. Nun fehlt noch die Sahnehaube auf dem Kaffee. Die Schlagsahne wurde im Vorfeld bereits mit Vanillezucker verfeinert und wird dann auf den Kaffee aufgesetzt. Abschließend wird die Sahnehaube mit Schokoladenstreuseln aus dunkler Schokolade verziert. Auch um den Kaffee optisch noch mehr aufzuwerten.
Der Kaffee wird heiß durch die um einiges kühlere Sahnehaube getrunken. Dieses Trinkritual mit dem Rüdesheimer Kaffee findet vorwiegend in der kälteren Jahreszeit statt. Diese Kaffee-Spezialität ist seit jeher ein Winter-Klassiker. Die massive Werbung im Fernsehen und anderen Medien, in den 1970er und 1980er Jahren, hat den Rüdesheimer Kaffee deutschlandweit bekannt und populär gemacht. Etabliert für Jahrzehnte. Es gab kaum ein Café oder gehobenes Restaurant im deutschsprachigen Raum, welches keinen Rüdesheimer Kaffee auf der Karte angeboten hatte. Der Rüdesheimer Kaffee ist heute ein Klassiker der deutschen Kaffee Kultur. Gerade die Zubereitung am Tisch vor den Augen des Gastes ist ein Alleinstellungsmerkmal und macht ihn so einzigartig.

