Café Guerbois – der Inbegriff des Künstlercafés in Paris
Kurz vorab:
Der Text erzählt die faszinierende Geschichte des Café Guerbois, einst Herzstück der Pariser Kunstszene. Von Manets Stammcafé über legendäre Begegnungen bis hin zur heutigen Nutzung als Boutique-Hotel zeigt er, wie ein kleiner Ort ein ganzes Viertel prägen und Generationen inspirieren konnte.
Nichts beschreibt den Charakter von Paris mehr, als ein kleines Café um gemütlich einen Kaffee zu trinken und Croissants zu essen. Früher ein Treffpunkt der impressionistischen Meister, noch heute beliebt bei allen Parisern und Besuchern der bezaubernden Stadt, ist das bekannteste Künstlerviertel in Paris, wo sich auch das Café Guerbois einst befand. Noch heute kann man den Geist der meisterhaften Künstler in der Straße spüren.
Die Gründung im Künstlerviertel
Dieses kleine bezaubernde Café war besonders bei den Künstlern von Paris und den Besuchern aus aller Welt sehr beliebt. Das Viertel erfreute sich äußerster Beliebtheit, und immer mehr namhafte Restaurants und Ateliers sammelten sich hier an.
Das Café Guerbois erlebte seine beste Zeit im 19. Jahrhundert, besonders Ende der Siebzigerjahre. Viele Berühmtheiten trafen sich hier. Der beliebte Treffpunkt wurde auch zum Austauschort von Intellektuellen und Künstlern. Am Anfang war das Café eher von ländlichem Charakter, weil es zu den Außenbezirken Paris gehörte. Doch der Charme des Restaurants, brachte nicht nur Einheimische in das Lokal, sondern auch viele Touristen und Reisende.
Der Grund dafür, dass das Café zum Haupttreffpunkt der Künstlerszene wurde, lag besonders an Edouard Manet, denn sein Atelier lag unweit des charmanten Cafés entfernt. So kam es, dass er sich regelmäßig mit Künstlerfreunden und Bekannten dort getroffen hat. Namhafte und renommierte Maler wie Bazille, Bouvier, Bracquemond, Fantin-Latour, Degas, Monet und Renoir kamen in das kleine Café, um sich auszutaushcen. Aber auch viele Bildhauer, Fotografen und Schriftsteller reihten sich unter die Gäste des charmanten Cafés ein.
Café heute
Nachdem das Haus, indem sich das Café Guerbois befand, verkauft wurde, wurden hier die Pforten für verschiedene Nachtlokale und Bars geöffnet. Zwischenzeitlich diente das Haus als Konzertsaal, Restaurant, Diskothek und sogar als Schwimmbad. Und wieder trafen sich hier die Künstler und Musiker um sich auszutauschen.
In den Achtzigerjahren entstand hier eine Bühne für aufstrebendes Stars, das kleine Café wurde zu einem Partytempel umfunktioniert. Das Lokal wurde zum Publikumsmagneten und Weltstars gaben sich hier die Klinke in die Hand.
Erst Anfang der Nullerjahre verlagerte sich dann die Szene in ein anderes Viertel von Paris, aber die Geschichten über das Café Guerbois hört man noch heute. Heute ist das Haus zu einem Boutique Hotel mit Restaurant, Bar und Club umgebaut worden, doch der Architekt hat an die alte traditionelle Geschichte angeknüpft und Elemente des Art-Deco eingebaut.
Alte Legenden und die einmalige Atmosphäre des Cafés
Eine Legende, die ins Jahr 1870 zurückführt, erzählt, dass der Maler Claude Manet den Kunstkritiker Edmund Duranty zum Duell aufforderte, nachdem dieser zwei seiner Werke kritisierte. Verärgert über die negative Rezension zogen die beiden zu einem Degenduell auf. Nach einer einzigen kleinen Verletzung, die eine Wunde für Duranty mit sich brachte, zogen die beiden, zufrieden mit sich selbst, als Freude vom Feld.
Einrichtung
Die Einrichtung des Café änderte sich im Laufe der Zeit. Zum Beispiel im Jahr 1867 als die Pariser Weltausstellung in die Stadt einzog. In diesem Jahr wurde im Café Guerbois japanische Holzschnittkunst ausgestellt.
Grundsätzlich war die Einrichtung von Anfang an besonders, unter anderem war es Philippe Starck der sich an der Einrichtung erprobte. Auch David Rochline designte den Eingangsbereich und machte diesen zu einem besonderen Augenmerk. Die Einrichtung war weit über das Künstlerviertel hinaus bekannt und beliebt und sorgt noch heute, als fünf Sterne-Boutique-Hotel als Hingucker.
Angebot und Spezialitäten des Hauses
Im Laufe der Zeit hat sich das Angebot sehr geändert. Anfangs als Café wurde Kaffee und Croissants geboten, später dann wurde die traditionelle französische Küche groß geschrieben. Mit den Jahren kamen auch die Veränderungen, und es wurde ein Nachtclub und eine Diskothek aus dem einst kleinen Café. Sogar ein Schwimmbad wurde hier einmal geboten. Der Wandel der Zeit änderte auch das Angebot. Heute werden im Hotel sowohl Nächtigung, sowie Restaurants, Bars und ein Wellnessbereich geboten.
Das kleine aber feine Künstlercafé erfreute schon früh die Gemüter der Pariser Gesellschaft. Der ideale Zufluchtsort um vom Alltag zu entfliehen. Hier trafen sich die namhaften Künstler zum Plausch. Hier gaben sie sich quasi die Klinke in die Hand. Noch heute bemerkt man den besonderen Reiz und den eigenen Flair des Viertels. Der richtige Ort um eine Pause einzulegen und einen guten Kaffee und ein typisch französisches Croissant zu genießen.



